Wirtschaft und Forschung Hand in Hand

20.6.2013 |

20130620-garhammer-tc-grafenau

Optimierung des Sortiments: Modehaus Garhammer startet Pilot-Projekt mit dem Technologie Campus Grafenau.

Das Modehaus Garhammer versucht in Zukunft sein Warenangebot noch genauer auf seine Kunden abzustimmen. Aus diesem Grund hat das Unternehmen eine Forschungskooperation mit der Hochschule Deggendorf vereinbart. Die Experten am Technologie Campus Grafenau "Einkauf, Logistik und Supply Chain Management", eine Außenstelle der Hochschule Deggendorf, unterstützen die Geschäftsleute mit hochmodernen Verfahren aus der Wissenschaft bei der Optimierung des Sortiments.

Wer kennt das nicht? Ein schönes Kleidungsstück ist nicht in der richtigen Farbe oder Größe verfügbar. Oder: Zum Kleid fehlt die passende Jacke. Neben der Erweiterung des Modehauses investiert Garhammer in die Optimierung seines Warenangebots. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit dem Technologie Campus Grafenau wird untersucht, wie dem Kunden das attraktivste Warenangebot unterbreitet werden kann.

Dazu analysieren die Wissenschaftler das Sortiment mit neuartigen Verfahren der Datenanalyse. Zusammen mit Informationen über neue Labels, Modethemen und Farbtrends der kommenden Saison fließen die erkannten Muster und Zusammenhänge in ein neu zu entwickelndes Entscheidungs-Unterstützungssystems ein. Die Einkäufer von Garhammer erhalten so Hilfestellung bei der Auswahl der neuen Kollektion sowie bei der Festlegung der Einkaufsmengen. So kann besser gewährleistet werden, dass die richtigen Marken und die richtigen Kleidungsstücke in den richtigen Größen vorgehalten werden.

Inhaber Christoph Huber sieht das Forschungsprojekt nicht nur als Beitrag zur innovativen Weiterentwicklung des Modehauses Garhammer, sondern auch als Bekenntnis zur regionalen Unterstützung der Technologie Campi im Landkreis Freyung-Grafenau. "Wir freuen uns, als eine der ersten Firmen in der Region die Kompetenzen des TC Grafenau im Rahmen einer Forschungskooperation nutzen zu können", so der Geschäftsmann. Als Vorteil sieht er auch die enge Einbindung der Studenten aus Deggendorf im Rahmen der Zusammenarbeit. So könne Garhammer den jungen Leuten frühzeitig die attraktiven Entwicklungsmöglichkeiten in der Modebranche aufzeigen und mittelfristig hochqualifiziertes Personal für die Zukunft gewinnen.

Sehr erfreut zeigt sich auch die Leiterin des Technologie Campus, Prof. Dr. Diane Ahrens: "Es macht uns sehr stolz, mit unserem Expertenwissen in den Bereichen Einkauf, innovativen Prognosen sowie der Modebranche das Unternehmen Garhammer unterstützen zu dürfen." Sie weist aber auch darauf hin, dass anwendungsorientierte Forschung eine besondere Herausforderung darstellt.

Nach Angaben von Karl Forster, Wissenschaftlicher Projektleiter am Technologiecampus Grafenau, ist die Kooperation mit dem Modehaus ein Pilotprojekt.

"Wir arbeiten mit hochinnovativen Ansätzen, die sich in der Wissenschaft als sehr erfolgsversprechend darstellen, in der Praxis aber erst unter Beweis gestellt werden müssen. Im konkreten Forschungsprojekt sind wir sehr optimistisch einen großen Beitrag dazu leisten zu können, dass Garhammer seinen bekannten Kundenservice im Bereich Warenangebot noch weiter ausbauen kann", sagt Professorin Ahrens.

Ende des Jahres sollen schon die ersten Erkenntnisse der auf mindestens zwei Jahre geplanten Forschungskooperation vorliegen.

Quelle: PNP Regionalausgabe Freyung Grafenau vom 18.06.2013