Job,Familie,Hörsaal - Eine Studentin im Interview

8.6.2016 |

20160608 kathrin hauer

Start des zweiten Kurses des Studiengangs „Pflege Dual“ an der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) zum Wintersemester.

Pflege zählt zu den Schlüsselberufen der nächsten Jahrzehnte. Die gegenwärtige Bedeutung der Pflege ist historisch neu und damit ist wohl nirgends anders mit vergleichbar großen Entwicklungen zu rechnen. Dabei sind insbesondere die Berufsperspektiven für Pflegende mit Hochschulabschluss besonders interessant. Neu an der Technischen Hochschule Deggendorf ist nicht nur der Studiengang Pflege Dual für Abiturienten und Fachabiturienten, sondern auch die Möglichkeit Pflege nach einer bereits abgeschlossenen Ausbildung zu studieren.

Zielgruppe für den grundständigen Pflegestudiengang sind neben den Studenten, die parallel zur Ausbildung einen „Bachelor of Science“ erwerben auch Studenten, die bereits über eine abgeschlossene Ausbildung in einem der drei Pflegeberufe Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in und Altenpfleger/in verfügen.
Ein gutes Beispiel dafür ist Kathrin Hauer, die aktuell, neben ihrem Beruf, im ersten Kurs Pflege Dual an der THD studiert. Die 36 jährige verheiratete Mutter, ihr Sohn ist drei Jahre alt, arbeitet bei LAKUMED, einem Landshuter Kommunalunternehmen für medizinische Versorgung, am Krankenhaus Vilsbiburg. Nach ihrem Examen 2001 folgten die Weiterbildungen zum Praxisanleiter, Kinästhetik Peertutor, zur Palliativ Care Fachkraft und zur Stationsleitung. Mittlerweile ist Kathrin Hauer Stationsmanagerin der internen Stationen und der Schmerztherapie am Krankenhaus Vilsbiburg.

Warum dann, neben Beruf und Familie, auch noch ein Studium?

Ihre Beweggründe schildert Kathrin Hauer im Interview:

Kathrin Hauer:
Ich war schon immer daran interessiert, mich beruflich weiterzuentwickeln. Es macht mir Spaß, mich in Neues einzuarbeiten und mich mit Anderen auszutauschen. Das angebotene Studium ist bezahlbar, heimatnah und ich suchte eine neue Herausforderung. Der Beruf der Krankenpflege benötigt ein besseres Image. Sollten sich Mehrere zu diesem Schritt entschließen, könnte das auch gelingen.

Job, Familie und Studium, wie bekommen Sie das zeitlich hin?
Kathrin Hauer:
Derzeit arbeite ich 30 Stunden Teilzeit und meine Dienstzeiten sind in der Regel von Montag bis Freitag. Je nach Arbeitsaufwand und aktueller Kinderbetreuung beginne ich früher oder später. Ich habe ein gutes familiäres Netzwerk und die nähere Verwandtschaft ist immer für meinen Sohn zu haben. Mein Mann ist im Rettungsdienst tätig und hat deshalb auch öfter unter der Woche frei. Drei Tage die Woche verbringt mein Sohnemann in der Kita, was ihm auch sichtlich gut tut. Für die festen Studientage ist meine Schwiegermutter für unseren Nachwuchs eingeplant. Gelernt wird, wenn der Sohn im Bett ist.
Meine Familie unterstützt mich, wo sie nur kann. Das Gleiche galt auch für mich, als mein Mann zum Rettungsdienst wechselte. Ein gegenseitiges Geben und Nehmen ist wohl einer der größten Voraussetzungen.

Wie haben sie das mit Ihrem Arbeitgeber geregelt?
Kathrin Hauer:
Unser Krankenhaus versucht generell den Bedürfnissen Einzelner gerecht zu werden. Das ist jedoch im 24 Stunden Schichtbetrieb mit so vielen verschiedenen Mitarbeitern nicht unbedingt immer einfach. An Studientagen nehme ich frei und meine Vertretung übernimmt meinen Dienst. Meine Kollegen sind immer sehr interessiert und fragen mich regelmäßig, was ich denn da so mache.

Was wollen Sie mit dem Studium erreichen?
Kathrin Hauer:
Vorerst ist mein Ziel erstmal, dass Studium erfolgreich zu beenden. Ich genieße die Zeit an der Hochschule und das Arbeiten mit den Kommilitonen. Bereits jetzt betrachte ich vieles mit anderen Augen. Man betrachtet Arbeitsabläufe anders und sieht Dinge, die irgendwann selbstverständlich geworden sind und sich festgefahren haben. Baustellen für Veränderungen gäbe es genug. Zum Beispiel Auszubildendenarbeit und Patienteneigenverantwortung. Außerdem, sollte ich irgendwann meine berufliche Laufbahn verändern wollen, wird mir das Gelernte sicher weiterhelfen können.

Was konnten Sie bereits jetzt positives mitnehmen?
Kathrin Hauer:
Im Alltag spüre ich immer wieder, wie sehr mich das Studium beeinflusst. Zum Beispiel waren mir Schüler immer schon wichtig, durch gemeinsame Gruppenarbeiten bekommt man wieder mehr Einblicke in die Sichtweisen und Schwierigkeiten, mit denen die jungen Menschen oft zu kämpfen haben. Themen wie gesellschaftliche Gesundheitspolitik geben mir sehr viel Hintergrundwissen und helfen mir, bestimmte Entscheidungen besser zu begründen. Immer wieder wird mir bestätigt, wie wichtig es wird, dass sich in der Gesundheitspolitik etwas grundlegend verändern muss. Pflegende benötigen mehr Verantwortung, z. B. sollte nicht der Hausarzt darüber entscheiden welche Pflegeartikel der Patient benötigt. Wunden sollte ein Wundexperte begutachten und Diabetes eine Diabetesfachkraft vor Ort einstellen und kontrollieren.

Wem würden Sie ein duales Pflegestudium empfehlen?
Kathrin Hauer:
Empfehlen würde ich das Studium jedem, der am Ball bleiben möchte, sein Wissen erweitern will und Freude am Beruf der Pflege hat. Jene, die gerne mit jungen Menschen zusammenarbeiten, die nach vorne schauen und noch etwas verändern wollen.
Für Schüler mit Hochschulzugangsberechtigung bietet das duale Studium eine gute Gelegenheit, Ausbildung und Studium zu vereinen. Bereits examinierte Pflegekräfte können nach dreijähriger Berufserfahrung studieren. Da sie bereits über eine Ausbildung verfügen, haben sie die Möglichkeit, ihr Studium, nach individueller Rücksprache, statt in 9 Semestern, in kürzerer Zeit zu absolvieren.

Die THD erhebt keine Studiengebühren für den Studiengang „Pflege Dual“.
Eine Bewerbung für den Studiengang Pflege Dual an der THD ist noch bis zum 15.Juli online möglich.
Der nächste Informationsabend zum Studium Pflege Dual an der THD findet am 21.Juni um 18:30 Uhr im Gebäude I, Raum 008, statt. Weitere Informationen bei Karin Hurzlmeier.

08. Juni 2016 | THD-Pressestelle (CM)