Deggendorfer BGM Prozessansatz gewinnt Bayerischen Präventionspreis

16.12.2019 |

bayerischer praeventionspreis news

Staatsministerin Melanie Huml verlieh am Mittwoch, 4. Dezember im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege den Bayerischen Präventionspreis. Unter den Preisträgern ist ein Projekt der Forschungsgruppe Betriebliches Gesundheitsmanagement und Arbeitssicherheit der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) zusammen mit dem Kreisverband Cham des Bayerischen Roten Kreuzes. Mit ihrem Projekt „PeM – Wir pflegen euch Mitarbeiter“ setzten sich THD und BRK gegen 106 Mitbewerber durch. Zudem wurde das Projekt für den Deutschen Demographiepreis nominiert.

 

„Die Auszeichnung mit dem Bayerischen Präventionspreis ist ein großer Erfolg für die TH Deggendorf. Sie zeigt, dass sich die TH Deggendorf mit ihrer Forschung für die Bedürfnisse der Menschen einsetzt und das Gesundheitswesen in Bayern weiter voranbringt“, gratulierte Wissenschaftsminister Bernd Sibler im Anschluss an die Preisverleihung. Mit ihrem prämierten Ansatz ist die Forschungsgruppe für Betriebliches Gesundheitsmanagement und Arbeitssicherheit derzeit Vorreiter auf dem Gebiet. Unter Berücksichtigung von aktuellen politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Vorgaben können im Laufe des Prozesses Sozialversicherungsträger integriert werden. Dies bringt viele Vorteile sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer mit sich. Beispielsweise senkt es auf Arbeitgeberseite die Kosten, die in einen Prozess investiert werden, zum anderen bietet es für die Arbeitnehmer die Möglichkeit, dass sie ein Angebot zur Gesunderhaltung am Arbeitsplatz erhalten, welches gezielt auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind.

Das prämierte Pilotprojekt ist ein Beispiel für viele, wie nachhaltiges und zielgerichtetes Betriebliches Gesundheitsmanagement funktioniert. So können Arbeitsbedingungen und Arbeitsorganisation verbessert und somit attraktive Arbeitsplätze in der Pflege geschaffen werden, um dem Fachkräftemangel gezielt entgegen zu wirken. In diesem Projekt wurden Mitarbeiter im Rahmen einer bio-Psycho-Sozialen Arbeitssituationsanalyse (BIPSA) befragt. Auf dieser Basis wurden Veränderungsprozesse in Gang gesetzt und verschiedene Maßnahmen ergriffen. Bereits nach kurzer Zeit zeigen sich Veränderungen bei den Arbeitnehmern. Letzten Endes kam die Entwicklung des Projekts auch den Bewohnern der Einrichtungen zu Gute. Zur Organisation und Umsetzung der Maßnahmen wurde ein interner Mitarbeiter an der THD als systemischer Prozessberater für Betriebliches Gesundheitsmanagement ausgebildet.

Die Forschungsgruppe für Betriebliches Gesundheitsmanagement und Arbeitssicherheit unter der Leitung von Prof. Dr. Stephan Gronwald entwickelte den Prozess unter der Berücksichtigung aller notwendiger Vorgaben und unter dem Aspekt der Interdisziplinarität mit vielen verschiedenen Fachbereichen und Netzwerkpartnern. Das ausgezeichnete Projekt ist ein Beispiel zur Realisierung dieser Theorien. Des Weiteren laufen derzeit weitere Projekte wie z.B. mit sechs Handwerkskammern aus ganz Deutschland und ein gemeinsames Projekt mit der Bayerischen Polizei. Im Rahmen des Hochschulzertifikates „Systemische Prozessberatung für Betriebliches Gesundheitsmanagement“ am Zentrum für akademische Weiterbildung im Rahmen des Hochschulzertifikats lernen die Teilnehmer wissenschaftliche Grundlagen, die zudem praktische Anwendung in Projekten finden.

Der Bayerische Präventionspreis wurde zum 15. Mal verliehen. Er wird in den vier Kategorien „Prävention in Familie, Kindertagesstätte und Schule“, „Prävention in Ausbildungsstätte und Betrieb“, „Prävention im Alter“ und „Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit“ vergeben und ist mit jeweils 2.500 Euro dotiert.

Bild: v.l.n.r.: BRK-Präsident Theo Zellner, Gesundheitsministerin Melanie Huml, Professor Dr. Horst Kunhardt, Jasmin Weber, Manfed Aschenbrenner, Dr. Andreas Zapf (Präsident des Landesamtes für Gesundheit) (Bildquelle: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege)