Neue Professorin: Prof. Dr. Kersten Kellermann

9.2.2015 |

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Ökonomin verstärkt Professorenkollegium

Im Sommersemester übernimmt Dr. Kersten Kellermann die Professur für Wirtschaftspolitik an der Fakultät Angewandte Wirtschaftswissenschaften (School of Management) der Technischen Hochschule Deggendorf. Sie kommt ursprünglich aus Württemberg, wo sie in einem kleinen Dorf und einer grossen Familie aufwuchs. Bereits als Jugendliche begann sie sich für politische und soziale Fragen zu interessieren. Es lag daher für sie nahe, nach dem Abitur auch beruflich in diese Richtung zu gehen. An der Universität Konstanz studierte sie zunächst Verwaltungswissenschaft und wechselte bald zur Volkswirtschaftslehre.

 

Nach einem Studienaufenthalt an der Universität von Western Ontario (Kanada) entschied sie sich am Lorenz-von-Stein Institut für Verwaltungswissenschaft in Kiel zu promovieren. Damals drehte sich alles um den sogenannten „Aufbau Ost“. Kersten Kellermann forschte in diesem Zusammenhang zu der Frage, welchen Beitrag der Länderfinanzausgleich zur Konvergenz der neuen Bundes-länder leisten konnte. Abgeschlossen hat sie die Promotion in Köln, eine Stadt, in der man sich einfach wohlfühlen muss und selbst eine nüchterne Ökonomin nicht ganz um das Feiern herum kommt. Hinter dem Universitätsgebäude unterhielt die Studentenschaft eine Tennisanlage, wo sich ein geduldiger Kollege viele Stunden abmühte, ihr eine halbwegs passable Vorhand beizubringen. Zwar hat sich ihr Tennis seitdem nicht wesentlich verbessert, die aus den Tennisstunden hervorgegangene Ökonomen-Ehe hat aber gehalten. Nach der Promotion ging Kersten Kellermann in die Schweiz, wo sie 2008 von der wirtschafts- und sozialwissenschaft-lichen Fakultät der Universität Fribourg habilitiert wurde. Sie übernahm Lehraufträge an verschiedenen Schweizer Universitäten und arbeitete als Research Fellow an der Konjunkturforschungsstelle Liechtenstein (KOFL) in Vaduz. Der Ausbruch der Finanzkrise 2007/2008 lenkte ihr fachliches Interesse auf die Politik der Finanzmärkte. Wirtschaftspolitisch schwierige Zeiten sind aus wissenschaftlicher Sicht oft die spannendsten. Als Chefökonomin der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) in Bern war Sie dann auch hautnah am Geschehen. Viel von dem, was sie in dieser Zeit gelernt hat, bereicherte ihre Forschungs- und Beratungs-tätigkeit an der KOFL, an die sie 2011 zurückkehrte. Die frischgebackene Professorin wünscht sich, dass die Studierenden an der TH Deggendorf von Ihren Erfahrungen profitieren und freut sich auf einen interessanten Austausch.

02.02.2015 | THD