Akustik-Seminar 2014

9.12.2014 |

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THD-Seminar zum Thema Akustische Messtechnik

Wie jedes Jahr im Dezember, so fand auch dieses Jahr wieder das bereits schon traditionelle Akustik-Seminar an der TH Deggendorf statt. In der inzwischen neunten Auflage standen aktuelle Methoden und Technologien zur „Akustischen Messtechnik“ im Fokus. Tagungsleiter Prof. Dr.-Ing. Gerhard Krump begrüßte zahlreiche Gäste aus der Industrie sowie Studierende des Studiengangs Medientechnik, die sich in den sechs wissenschaftlichen Vorträgen über neueste Messmethoden und lasergestützte Schallquellenlokalisation informierten.

 

 

Der Vormittag stand im Zeichen der Lokalisation von Schall- und Geräuschquellen. So kann man über Mikrofonarrays nicht nur den singenden Vogel auf weite Entfernung im Gebüsch lokalisieren, sondern es können damit auch Stör- und Fließgeräusche in Räumen oder störende Motoreinkopplungen in den Fahrzeuginnenraum entdeckt werden.

Dieter Müller von der Firma Wölfel und Jens Papenfus von Head Acoustics hatten hierzu beeindruckende Vorführungen mitgebracht, die mit ihren „Akustischen Kameras“ die Verfolgung von Schallreflexionen eines Gewehrschusses im Wald oder die Position von Lärmquellen bei fahrenden Autos und sogar die Stimmen von mehreren Sprechern zentimetergenau darstellten. Marco Fritsche von der Firma Polytec ergänzte die Präsentation mit berührungslos arbeitender Lasertechnik, welche Schwingungen im Nanometerbereich und damit die Schallabstrahlung verschiedener Karosserieteile sichtbar machte.

Nach einer Vorführung verschiedener Messgeräte eröffnete Elmar Schröder, Geschäftsführer von Müller-BBM, die Nachmittagssitzung mit Prüfverfahren, die die akustischen Eigenschaften von Räumen beschreiben und verbessern. Timo Fischer von ADMESS und Jens Herting von Ziegler-Instruments stellten neue Verfahren zur Lautsprechervermessung sowie zur subjektiven Beurteilung von Geräuschen beim Automobil vor, welche vom impulshaften Türzuschlagen über das Quietschen der Scheibenwischer bis zum Rattern bei der Fahrt über Kopfsteinpflaster reichten.

„Durch die neuen Messmethoden ist es möglich, Geräusche sehr genau zu lokalisieren und zu analysieren, um sie schließlich über subjektive Hörversuche dem Empfinden des Menschen anzupassen und angenehmer zu gestalten.“, so Tagungsleiter Prof. Krump. Zum Abschluss des Seminars führte er die Gäste durch den neu errichteten reflexionsarmen Raum, mit dem sich die THD zukünftig am Sounddesign verschiedener motorbetriebener Geräte beteiligen wird.