Die gesamte Lieferkette im Blick haben

19.12.2013 |

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Netzwerktreffen zum Thema Bestandsmanagement am Technologie Campus Neudorf

Lernen von erfahrenen Kollegen aus der Wirtschaft wollten die über 70 Besucher des 6. Netzwerktreffens 2013 im Bayerischen Wald, das kürzlich am Technologie Campus in Neudorf stattgefunden hat.

 

Referenten waren der Leiter der Logistik bei der Motorenfabrik Hatz in Ruhstorf (Lkr. Passau), Eckhardt Rohde, und Hans Gmeinwieser, der die Logistik und Materialwirtschaft bei Mann und Hummel in Marklkofen (Lkr. Dingolfing-Landau) leitet. Thema des Treffens war "Bestandsmanagement/Bestandsreduzierung".

Campus-Leiterin Prof. Dr. Diane Ahrens wies zunächst auf die Möglichkeiten und Schwierigkeiten in diesem Bereich hin. Die Prognose, die jedem Einkauf vorausgehen müsse, hänge natürlich von einer gewissen Stabilität in der Wirtschaftslage zusammen. Bei Zulieferbetrieben wie Hatz oder Mann und Hummel stehe auch die Verlässlichkeit im Vordergrund.

Wie Rohde und sein Kollege Gmeinwieser berichteten, vertrauten ihre Kunden auf eine sichere und schnelle Ausführung ihrer Aufträge. Bei der heutigen Variantenvielfalt zum Beispiel in der Autoindustrie bedeute dies natürlich hohe Lagerbestände, denn die Zulieferer seien oft im weit entfernten Ausland angesiedelt, was eine gute Vorplanung der Bestellmengen erfordere. Dabei sei auch ein Umdenken der Mitarbeiter gefragt, erklärte Rohde. Aus Disponenten würden "Supply Chain Manager", also Mitarbeiter, die die gesamte Lieferkette überblicken und nicht nur auf die eigene Abteilung schauen.

Einen immer größeren Stellenwert nehme in der Logistik der Bereich IT ein, betonte Hans Gmeinwieser von Mann und Hummel. Dies helfe dabei, in einem weltweit operierenden Unternehmen die Bestände effizient zu verwalten und zu koordinieren. Wie sein Kollege Rohde von der Motorenfabrik Hatz gab auch Gmeinwieser den Zuhörern einen Einblick in das Bestandsmanagement seines Unternehmens.

Leiterin Ahrens ging im Lauf der Veranstaltung auch auf den Technologiecampus ein. Dort sei der Bereich "Businessanalytics" bereits gut etabliert. Daher sei die Beratung durch die Fachkräfte aus Neudorf sehr gefragt – obwohl freilich Forschung und Weiterbildung im Campus Vorrang hätten. Entwickelt würden in Neudorf auch Innovationsstrategien für den ländlichen Raum. Heute seien zum Beispiel digitale Arbeitsplätze besonders gefragt, um den Zuzug in Regionen mit wenigen Arbeitsmöglichkeiten wieder attraktiv zu machen. Ahrens gab obendrein noch einen Ausblick auf zukünftige Ausbildungswege am Campus: 2014 werde der Beruf "Modeeinkäufer" zur Ausbildung angeboten.