Hier wird ein Uni-Campus entstehen

2.4.2014 |

20140401-technologie-campus-grafenau

Logistik-FH zieht von Neudorf an den Stadtberg um – zwei alte Häuser werden abgerissen – vier Millionen Kosten

Das Geheimnis ist gelüftet, das Rätselraten hat ein Ende. Die Logistik-FH, bisher in Neudorf beheimatet, kommt auf den Stadtberg. Besser gesagt dorthin, wo momentan die leer stehenden Häuser mit der Nummer 3 und 5 thronen. Die werden abgerissen und durch ein Gebäude mit Parkplätzen und Grünanlagen ersetzt.

 

Die frohe Botschaft wollte verkündet werden – sogar Minister Helmut Brunner ließ es sich am frühen Montag Vormittag nicht nehmen, ins Grafenauer Rathaus zu kommen. Dort begrüßte Bürgermeister Max Niedermeier dann auch noch Roland Spiller, Chef des Amtes für Ländliche Entwicklung Niederbayern, Stadtplaner Klaus Bauer, Geschäftsleiter Michael Pradl, Kämmerer Gerhard Bogner und die direkten Nutznießer des Umzuges, die Leiterin des Neudorfer Campus, Prof. Diane Ahrens, und den Präsidenten der Technischen Hochschule Deggendorf, Prof. Peter Sperber.

So könnte das ganze Ausschauen (siehe Bild oben). Münchner Studenten hatten sich vor einiger Zeit Gedanken zur Wiederbelebung des Stadtberges gemacht. Oben die Gebäude in der Hinteransicht, die zur Hauptstraße ausgerichtet sind. Dahinter, Richtung Scharrerstraße, die Grünanlage. Unten rechts die kleine Veranstaltungshalle.

Alles ist jetzt in trockenen Tüchern, so begann Niedermeier seine Ausführungen. Der Kauf der zwei Häuser durch die Stadt ist notariell besiegelt, "aus der Idee, die alle im Kopf haben", könne nun Realität werden.

Niedermeier nannte die bis jetzt feststehenden Eckdaten: Die Gesamtkosten liegen bei zirka 4,3 Millionen Euro, abzüglich der Förderung ( in bestimmten Bereichen bis zu 80 Prozent) dürften sich die städtischen Eigenmittel auf zirka drei Millionen belaufen. Der Baubeginn ist für Herbst 2014 angesetzt, wenn alles gut gehe, könne man im Sommer/Herbst 2015 einziehen.

Das Projekt sieht vor, zwei am oberen Stadtberg leer stehende Geschäfte abzureißen und auf dem freiwerdenden Platz ein Gebäude für die Logistik-FH zu errichten – die Nutzfläche soll dabei 800 bis 900 Quadratmeter umfassen. Vorne zur Hauptstraße hin wird das Haus stehen – hinten zur Scharrerstraße ausgerichtet, soll eine kleine Grünanlage samt Parkplätzen gebaut werden. Geplant ist, dem ganzen eine kleine Veranstaltungshalle (zirka 150 Sitzplätze) anzugliedern, die von Stadt und Universität gemeinsam genutzt werden soll.

Man sei "überfroh", dass man – nach langer Suche und Diskussionen – diese Lösung gefunden habe, so die Professoren Ahrens und Sperber unisono. Von der Innenstadtlage würden beide Seiten profitieren. Die Stadt durch die Belebung durch Studenten und Uni-Personal. Letztere durch die gute Verkehrsanbindung mit der Waldbahn nach Deggendorf (hier ist ein Stundentakt geplant). "Es ist momentan doch arg schwierig, mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Grafenau in das etwas abgelegene Neudorf zur Niederlassung zu kommen", so Ahrens.

"Unser Minister Helmut Brunner", wie Niedermeier das Mitglied der Staatsregierung lobend bezeichnete (er dankte diesem für seinen steten Einsatz), sprach von einer Art "Campus-Leuchturm", der da in der Stadtmitte entsteht. Durch das neue Highlight im Zentrum werde hier eine neue Ära beginnen, die sicherlich eine großräumige Belebung nach sich ziehen werde.

Die Logistik-FH ist seit 2011 im alten, aber modernisierten Schulgebäude in Neudorf beheimatet. Damals startete sozusagen ein Probebetrieb, der von einem neu gegründeten Netzwerk aus heimischen Firmen mitfinanziert wurde. Offiziell wurde das Ganze dann im März 2013 durch die Zusage der Staatsregierung, den Betrieb der nächsten Jahre mit vier Millionen Euro zu unterstützen.

Quelle: PNP – Regionalausgabe Freyung-Grafenau vom 01.04.2014
Autor: Andreas Nigl