Presseartikel

Unternehmen für EU Projekt gesucht

Technologie Campus Grafenau sucht Unternehmen für EU-Projekt

14.5.2020 | Technologie Campus Grafenau

Halbzeit im praxisorientiertem Forschungsprojekt „Industrie 4.0 – Werkstatt Bayerischer Wald“ – einem von der EU geförderten und am Technologie Campus Grafenau (TCG) realisierten Projekt, an dem sich kleine und mittelständische Unternehmen aus der Region noch bis Mitte 2022 kostenlos beteiligen können. Zeit also für ein Zwischenfazit und gleichzeitig ein Aufruf an zukunftsorientierte Betriebe sich an den TCG zu wenden, um die kostenlosen Leistungen in Anspruch zu nehmen.Zwölf Betriebe aus diversen Branchen und mit den unterschiedlichsten Themenstellungen haben sich seit Anfang 2018 bereits als Pilotprojektpartner beteiligt. Darunter befinden sich Handelsunternehmen, Logistikdienstleister, Getränkehersteller, sowie Industrie- und Handwerksunternehmen aus altbekannten Bereichen wie der Metall-, Kunststoff- und Glasverarbeitung, jedoch auch Firmen aus dem Bereich „neuer“ Technologien wie z. B. der additiven Fertigung (3D-Druck). So vielfältig die Aufgabenstellungen der einzelnen Unternehmen auch sind, haben sie dennoch meist einen gemeinsamen Nenner. Und zwar Daten. In vielen Unternehmen vorhanden, doch von den wenigsten nutzbringend verwendet.Genau hier setzt der Campus Grafenau, der zur Technischen Hochschule Deggendorf gehört, mit der Expertise in den Forschungsteams Business Data Analytics and Optimization und Applied Artificial Intelligence an. So werden in den Pilotprojekten unter dem Buzz-Word „Datenanalyse“ neue, digitale Anwendungen, Algorithmen und Industrie 4.0 Verfahren entwickelt, um die in (oder manchmal auch zwischen) den Daten steckenden Informationen zu extrahieren, selektieren oder gänzlich neu zu generieren und in einer einfacher interpretierbaren Version wiederzugeben.  Aus den neu gewonnenen Erkenntnissen lassen sich oft Handlungsbedarfe oder Verbesserungspotenziale ableiten, womöglich sogar Geschäftsstrategien neu ausrichten.Konkrete Themen sind zum Beispiel: Optimierung von Durchlaufzeiten, Bestand oder Materialfluss; Analyse der Einflüsse von Maschinenparameter und Rohstoffeigenschaften auf die Endproduktqualität; Routenoptimierung im Logistikumfeld; Analyse & Mustererkennung von Maschinenstillstandzeiten; Personaleinsatzplanung uvm. Auch Querdenken ist gefragt, so beinhalten z. B. Stromverbrauchsdaten weit mehr Informationen als nur Durchschnittsverbrauch oder Spitzenlast.

Der Ablauf hat sich bei den bisherigen Projekten sehr geähnelt. Campus und Betrieb treten in Kontakt, vereinbaren einen unverbindlichen Kennenlerntermin und diskutieren mögliche Projektthemen. Im Idealfall hat das Unternehmen bereits erste Ideen oder Zielsetzungen. Passen die Anforderungen des Unternehmens zum Campus-Know-How und zu den Richtlinien des Förderprojekts, wird den Campus-Mitarbeitern der nötige Input – meist in Form von Systemdaten – zur Verfügung gestellt. Hier beginnt die eigentliche Arbeit, zumindest für die Forscher. Für die Projektpartner hält sich der Aufwand sehr in Grenzen. Bis auf das Bereitstellen des benötigten Inputs, sowie der gelegentlichen Beseitigung von Unklarheiten, ist für das Unternehmen nichts weiter zu tun. Die Forscher hingegen erarbeiten durch Algorithmen- und Verfahrensentwicklungen die Logik des digitalen Systems und verpacken diese hinter einer benutzerfreundlichen Web-Anwendung. Diese wird den Betrieben anschließen zum Testen und zum Erzeugen eigener Analysen zur Verfügung gestellt. Die Laufzeit einer solchen Kooperation beträgt dabei – je nach Startgrundlage & Themenstellung – i. d. R. 3 - 12 Monate.Auch für Quereinsteiger in Sachen Datenanalyse und spontan Entschlossene ist das Projekt geeignet. Denn: ein durchgängiger Datenbestand der letzten Jahre ist zwar von Vorteil, sofern die Datenqualität stimmt, jedoch nicht zwingend erforderlich. Daten und deren Informationspotenziale lassen sich auch in dem Zeitraum der Kooperation gut sammeln, analysieren und interpretieren.Ziel des Forschungsprojekts und des Campus allgemein ist der Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis sowie das Bieten einer kompetenten Anlaufstelle für Trendthemen wie Industrie 4.0, Digitalisierung und Big Data Analytics.

Interessierte Unternehmen können sich bei Johannes Grindinger (Projektleiter am Technologie Campus Grafenau) melden: 08552/97562018 oder johannes.grindinger@th-deg.de.

Bild (Technologie Campus Grafenau): Datenanalyse im EU geförderten Projekt „Industrie 4.0 - Werkstatt Bayerischer Wald“