Presseartikel

Wenn der Notarzt im Funkloch hängt

Projekt zur Verbesserung medizinischer Versorgung im Landkreis geplant

18.11.2020 | THD-Pressestelle

Wenn ein geliebter Mensch ins Krankenhaus muss und Sekunden über Leben und Tod entscheiden, dann ist das Letzte was der Notarzt braucht ein Funkloch. Es muss schnell gehen und die Verbindung zum Krankenhaus muss schon auf dem Weg dorthin aufgenommen werden. Im Idealfall können Geräte im Krankenwagen erste Ergebnisse an das Krankenhaus übermitteln bevor der Patient dort eintrifft. Im Landkreis Rottal-Inn ist das allerdings aufgrund des oft ungenügenden Versorgungsbereichs im Mobilfunk nicht möglich.

Diese Problematik möchte der European Campus Rottal-Inn (ECRI) der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) mit einem geplanten Projekt zu telemedizinischer Versorgung im ländlichen Raum angehen. Dazu empfingen die Verantwortlichen um Prof. Dr. Thomas Spittler und Campusleiter Prof. Dr. Horst Kunhardt am Donnerstag, 12. November den Bundestagsabgeordneten Max Straubinger am Campus in Pfarrkirchen.

In den Gesprächen wurde auf die zentrale Rolle des Mobilfunknetzes im Bereich Telemedizin und eHealth eingegangen. Die flächendeckende Versorgung und Netzabdeckung im Landkreis Rottal-Inn wäre die Basis für das geplante Projekt und würde den Weg für neue Methoden ebnen, die eine Versorgung von Patienten vereinfacht, verschnellert und oft überhaupt erst ermöglichen, bevor es für den Patienten zu spät ist. An der Verbesserung und Gewährleistung einer bestmöglichen Patientenversorgung möchte die Hochschule zusammen mit den Rottal-Inn Kliniken, dem Rettungsdienst vom Roten Kreuz sowie dem Landkreis Rottal-Inn arbeiten und forschen.

Sowohl Prof. Spittler als auch MdB Straubinger betonten in den Gesprächen, dass vor allem die Forschung eine zentrale Rolle spielt. Aus wissenschaftlicher Sicht kann mithilfe von Studien und Forschungsprojekten auf die Ängste oder Bedenken der Bevölkerung eingegangen werden und auch die Möglichkeiten, die sich durch die landkreisweite Netzabdeckung böten, fundiert dargelegt werden. Dass das besonders für die Wirtschaft und den Wohlstand, im Falle des geplanten Projektes für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum, eine enorm wichtige Rolle einnimmt, betonte MdB Straubinger während seines Besuchs am Campus. Er werde bei dem Förderträger, dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur für das Projekt werben und sicherte dem Landkreis Rottal-Inn und dem ECRI seine volle Unterstützung zu.

Bild (ECRI/THD): Prof. Volchek, Dekan Prof. Steckenbauer, Hochschulkoordinator Riedl, Campusleiter Prof. Kunhardt, Projektleiter Prof. Spittler, Monika Hiebl vom Landratsamt und MdB Straubinger trafen sich zum Thema Mobilfunkversorgung in Rottal-Inn (v.l.n.r.)