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Presseartikel

Die Gesundheitsfachpersonen von morgen

Klausurtagung des Studiengangs Pflege der Technischen Hochschule Deggendorf

22.5.2023 | THD Pressestelle

Der Fachkräftemangel in der Pflege spitzt sich, Statistiken zufolge, in den kommenden Jahren dramatisch zu, Grund: Die Anzahl Pflegebedürftiger steigt kontinuierlich an und Patientenfälle werden immer komplexer, während sich immer weniger junge Menschen für einen Pflegeberuf entscheiden. Aus diesem Grund ist es wichtiger denn je, den Studiengang Pflege attraktiv zu gestalten und so weiterzuentwickeln, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse auch in der Praxis angewendet werden können. Um dies weiter zu forcieren, trafen sich die pflegeverantwortlichen Professorinnen und Professoren und Mitarbeitende der Fakultät Angewandte Gesundheitswissenschaften (AGW) der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) zu einer zweitägigen Klausurtagung im Landgasthof Apfelbeck in Mamming.

Ziel der Veranstaltung war es, die aktuellen Entwicklungen zu diskutieren und diese im Team voranzutreiben. „Wir sind die Gesundheitsfachpersonen von morgen, daher sind wir in der Pflicht, JETZT tätig zu werden“, so Prof. Dr. Christian Rester, Studiengangskoordinator und Dekan der Fakultät, einleitend. Auf der Agenda stand beispielsweise das Thema „Internationalisierung“. Diesbezüglich ist seitens der AGW ein Programm für internationale Austauschstudierende geplant. „Wir möchten unseren Studierenden die Möglichkeit geben, ein Semester im Ausland zu verbringen. Im Gegenzug würden wir uns über internationale Studierende freuen, die unsere Fakultät durch ihre kulturelle Vielfalt und ihren Erfahrungsschatz bereichern“, so Rester.

Darüber hinaus wurde im Rahmen der Tagung über das Thema „Service User Involvement im Pflegestudium“ debattiert. Bei diesem innovativen Konzept werden Nutzerinnen und Nutzer von Gesundheitsleistungen – sogenannte Erfahrungsexperten – aktiv an der Hochschulbildung beteiligt. Hierdurch sollen Studierende zu personenzentriertem Handeln befähigt werden.  Zudem kann auf diese Weise die lebensweltliche Perspektive der Betroffenen in Bildungsprozessen angemessen abgebildet und in der Hochschule nicht nur (vor)gelebt werden, was gelehrt wird.

Auch das Projekt zu „Community Health Nursing (CHN)“ in Lindenberg im Allgäu wurde vorgestellt. CHN ist in den deutschsprachigen Ländern ein innovativer Ansatz zur Gestaltung der kommunalen Gesundheitsversorgung. Eine Pflegefachkraft für regionale Gesundheit koordiniert die häusliche Versorgung, betreut Menschen nach Krankenhausentlassungen, ist in den Bereichen Prävention sowie Gesundheitsförderung tätig und begleitet bei chronischen Erkrankungen. Die THD hat sich zum Ziel gesetzt, ebendieses Berufsbild im süddeutschen Raum zu etablieren.

Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war die Kinderintensivpflege. Bei Kindern, welche im Krankenhaus behandelt werden, können medizinische Geräte und die fehlende Bewegung eine Schädigung der Haut auslösen. Das Risiko sogenannter „Druckverletzungen“ kann durch die Verwendung von speziellen Begutachtungsinstrumenten erkannt und somit minimiert werden. 2017 wurde in Pennsylvania ein derartiges Instrument entwickelt, welches jedoch lediglich in englischer Sprache verfügbar war. Um die deutsche Übersetzung solcher Instrumente durchführen und den Übersetzungsprozess nachvollziehen zu können, bedarf es einer klaren Systematik. Dieser systematische Übersetzungsprozess wurde an der THD anhand von vorgegebenen Richtlinien durchgeführt. In der Folge wird das Instrument nun erstmalig in einem Kinderkrankenhaus eingeführt und dessen Wirkung überprüft.

Übergreifend hat sich die Fakultät AGW der Ausbildung der Gesundheitsfachpersonen von morgen verschrieben und bietet seit 2015 unterschiedliche Studiengänge, zum Beispiel „Pflege“, „Physiotherapie“, „Physician Assistant“ oder „Management von Inklusion und Teilhabe“ an. Die Bachelorstudiengänge entsprechen im Kern einer beruflichen Grundausbildung mit zusätzlichen wissenschaftlichen Kompetenzen. Daran können Studierende in der Regel mit einem Masterstudiengang anknüpfen. In diesem Jahr startet erstmalig der Master „Psychische Gesundheit“, der unter anderem Pflegende dazu befähigt, Betroffenen mit speziellen psychischen Bedarfen zu begegnen.

Abschließend wurde über den Ausbau des Studienangebots gesprochen. Zum einen soll der Master „Psychische Gesundheit“ um die Möglichkeit eines doppelten Abschlusses (Psychische Gesundheit und Advanced Nursing Practice) erweitert werden. Dazu laufen aktuell intensive Gespräche mit der Fachhochschule Krems. Ferner befindet sich ein Masterstudiengang für die Pflege kritisch Kranker in Entwicklung. Hierzu stimmt sich die THD derzeit regional mit diversen Einrichtungen ab und tauscht sich auf Bundesebene mit relevanten Fachgesellschaften und anderen Hochschulen aus.

Unter dem großen Ziel der Fakultät AGW, Gesundheitsfachberufe zu akademisieren, soll zudem das Angebot der Bachelorstudiengänge weiter ausgebaut werden. Dazu soll ab dem Wintersemester 2024/25 der Studiengang „Angewandte Gesundheitswissenschaften – Ergotherapie“ angeboten werden, der sowohl für Auszubildende sowie für bereits examinierte Ergotherapeutinnen und -therapeuten zugänglich sein wird. Die Mitarbeitenden der Fakultät planen außerdem die Einführung der Studiengänge „Diätetik“, „Ethik“ und „Logopädie“.

Bild (THD): Das THD-Team des Fachbereichs Pflege der Fakultät Angewandte Gesundheitswissenschaften mit Prof. Dr. Christian Rester, Studiengangskoordinator und Dekan der Fakultät (11. von links).