Selten wurden in der europäischen Öffentlichkeit so intensiv und mit so viel Herzblut über volkswirtschaftliche Zusammenhänge diskutiert wie heute im Zuge der europäischen Verschuldungskrise. Leider kann bei den komplexen Zusammenhängen die Sachkenntnis nicht immer mit dem Verve und der Leidenschaft der Diskutanten Schritt halten.

Deutlich wird daran einerseits, dass die Volkswirtschaftslehre in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Andererseits offenbart sich damit aber auch ein Vakuum, das die traditionelle, theoriebetonte Lehre der Nationalökonomie offenbar nicht schließen kann oder nicht schließen will. Zu häufig beschränkt sich die Anwendbarkeit der stark formalisierten Modell-Ökonomie auf Probleme, die außerhalb der eigenen Zunft nicht bestehen. Die Erarbeitung von Handlungsvorschlägen für konkrete Probleme der nationalen und internationalen Politik wird von der Wissenschaft schnell als profan abgetan und ist abseits der Sachvertändigenräte eher selten.

Genau hier soll der Studiengang Angewandte Volkswirtschaftslehre ansetzen. Nicht die Herleitung und Vertiefung theoretischen Wissens, sondern seine Anwendung auf Gegenwartsprobleme ist Kern des Studiengangs.

Zielgruppe

Der Bachelor Studiengang zielt auf Studierende, die eine spätere Tätigkeit in Ministerien, Verbänden, Parafisci, im Banken- und Versicherungsbereich, in internationalen Organisationen oder in der wissenschaftlich fundierten Politikberatung anstreben. Sie unterscheidet sich von der universitären Ausbildung in Volkswirtschaftslehre durch eine klare Verbindung von Theorie und Praxis, die Konzentration auf Analyse und Problemlösungskompetenz, die Aufgabe der strikten Modellfixierung, die feste Verankerung von Veranstaltungen zu Markt und Staatsversagen im Curriculum und der stets wiederkehrenden Reflexion von Ethik und Gerechtigkeit in der Wirtschaft.