Wir betreiben anwendungsnahe Forschung rund um den Schutz von industrieller Automatisierungstechnik, kritischen Infrastrukturen, Elektroniksystemen in Automobil und Avionik sowie weiteren eingebetteten Systemen vor Bedrohungen, die durch den Einsatz von Informationstechnologie entstehen. Gezielte Cyberattacken, Trojaner, Viren, aber auch fehlerhafte Konfigurationen gefährden embedded IT- und IoT-Systeme. Die Störung der technischen Abläufe in Maschinen und Anlagen kann Produktionsausfälle, Nicht-Verfügbarkeit kritischer Infrastrukturen, z. B. der Wasser- oder Stromversorgung oder Gefahren für Leib und Leben durch Fehlsteuerung hervorrufen. Mit unseren industriellen und akademischen Partnern schaffen wir praxisnahe Lösungen zum Schutz dieser Systeme.
KERNKOMPETENZEN
Dazu zählen die Absicherung und Härtung (Protection) von vernetzten eingebetteten Systemen, das Auffinden (Detection) von Anomalien und Angriffen im Netzwerkverkehr, beispielsweise mittels künstlicher Intelligenz, sowie die Konzeptionierung, Entwicklung und Analyse geeigneter Reaktionsmaßnahmen auf IT-Sicherheitsvorfälle (Reaction).
Die Arbeitsgruppe Protection befasst sich mit dem Themenkomplex Cryptographic Engineering, einem relativ jungen, multidisziplinären Fachgebiet. Dieses beschäftigt sich mit der sicheren Implementier
Durch die zunehmende Digitalisierung und die steigende Vernetzung, getrieben beispielsweise durch das Internet of Things und Big Data, ergibt sich heute eine weitaus höhere Angriffsfläche. Ferner kommt hinzu, dass sich die Angriffe stetig weiter entwickeln (Stichwort Advanced Persistent Threats, APT). So stoßen Firewalls und rein signaturbasierte Verfahren schnell an ihre Grenzen und reichen für einen ganzheitlichen Schutz in zukünftigen Kommunikations-Netzwerken nicht aus.
Die Arbeitsgruppe Detection hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit Industriepartnern Network Intrusion Detection Systeme zu entwickeln, die durch einen hybriden Ansatz eine systemische IT-Security-Strategie ermöglichen. Teil dieses hybriden Ansatzes sind zum einen klassische Verfahren, z.B. regelbasierte Anomaliererkennung mit Snort, zum anderen moderne Machine Learning Verfahren, die speziell für die Anwendung im Bereich der eingebetteten Systeme optimiert sind, z.B. Isolation Forest, LODA. Zielbranchen sind der industrielle Bereich (z.B. Industrie 4.0) und der Automotive Sektor (z.B. Car-to-X).
Ein wichtiger Punkt in einem IT-Security Gesamtkonzept ist die Reaktion auf einen erkannten Vorfall. Wir erarbeiten mit Unternehmen für sie passende Konzepte, wie schnell auf einen Vorfall reagiert werden kann. Hierfür werden passende Visualisierungen und passende Reporting- und Auswerte-Tools entwickelt. Es werden aber auch Maßnahmen erarbeitet, wie beispielsweise eine Rückfallebene, in der die wichtigsten Funktionen im Netzwerk aufrechterhalten werden können, um Maschinen und Anlagen geschützt in einem Notfallbetrieb betreiben zu können. Dabei kommen Trusted Computing Ansätze zum Einsatz, die auf die embedded Welt transferiert wurden.
Außerdem beschäftigen wir uns mit teilautonom oder vollautonom reagierenden Systemen, die im Fall eines erkannten Vorfalls selbstständig reagieren können. Hierfür werden passende Algorithmen zur Aggregation und Korrelation von Alarmmeldungen erforscht. Ziel ist es dabei, Systeme zu entwickeln, die sich selbst härten können, indem sie zum Beispiel passende Filter erzeugen. Aktueller Forschungsschwerpunkt ist der Einsatz von Software Defined Networking (SDN) in industriellen und automotive Netzwerken, was es erlaubt die Komponenten des Netzwerks im laufenden Betrieb zu rekonfigurieren. Mit hochaktuellen Technologien, wie P4, werden auch Reaktionsmechanismen für Echtzeitnetzwerken erforscht.
PROJEKTE
Angewandte Forschung und Entwicklung wird an der Hochschule Deggendorf in enger Kooperation mit Partnern aus der Wirtschaft betrieben. Diese industrienahe Forschung der Hochschule unterscheidet sich von der klassischen Grundlagenforschung in den Universitäten durch den Schwerpunkt der Anwendung und Nutzung. Zu diesem Zweck wurden bereits spezielle Forschungsgruppen in den Bereichen Technik und Wirtschaft gebildet, um Kompetenzen, Ideen und Know-How zu bündeln.
Europäische Spitzentechnologie zeichnet sich durch eine intensive Zusammenarbeit der Industrie mit den Hochschulen und Instituten aus. An der Technischen Hochschule Deggendorf wird diesem durch ein breites Forschungs und Entwicklungsangebot Rechnung getragen:
- Forschungs- und Entwicklungskooperationen zwischen Firmen, Instituten und Hochschule
- Auftragsforschung und -entwicklung für die KMU's
- Forschung im Rahmen von öffentlichen Förderprogramen
- Untersuchungen im Rahmen von Hochschulprojekten
- Entwicklungen von innovativen Technologien, Produkten und Ideen
- Einzelprojekt oder Zusammenarbeit in "Clustern"
Für alle Fragen der Forschung und Entwicklung stehen ihnen unser Team und unsere Mitarbeiter zur Verfügung.
LAUFENDE PROJEKTE
Das Projekt DigiSiKMU unterstützt kleine und mittlere Unternehmen in Bayern mit kostenlosen Cybersicherheitstrainings sowie dem Aufbau eines nachhaltigen Unternehmensnetzwerks. Themen und Formate – wahlweise klassisch oder gamifiziert – können die teilnehmenden Unternehmen aktiv mitgestalten. Vermittelt werden allgemeine sowie aufgabenspezifische Kenntnisse für Führungskräfte, IT-Personal und Endnutzende.
Ziel der Wissenstransfer- und Netzwerkveranstaltungen ist es, die bayerische Wirtschaft durch eine gelebte Cybersicherheitskultur zu stärken und resilient gegenüber Angriffen zu machen.
LEHRE
Studiengänge
- Bachelorstudiengang Cyber Security, B.Sc (Fakultät Angewandte Informatik)
- Masterstudiengang Cyber Security, M.Sc (berufsbegleitend, Campus Weiterbildung)
Projekt- und Abschlussarbeiten
Suchen Sie eine spannende, herausfordernde sowie industrienahe Tätigkeit? Dann freuen wir uns, Sie kennenzulernen. Wir sind regelmäßig auf der Suche nach Studierenden und Ingenieuren der Fachrichtungen Elektrotechnik, Informatik und Mechatronik, die sich den Herausforderungen im Bereich der Embedded Security stellen möchten. Dazu bieten wir Bachelor- und Masterarbeiten (auch in Zusammenarbeit mit unseren Industriepartnern), Master of Applied Research Themen und auch regelmäßig Anstellungen als Wissenschaftlicher Mitarbeiter oder Projektingenieur an.
Bachelor- und Masterarbeiten können grundsätzlich als Praktikum ausgeführt werden. Generell können Masterarbeiten unter gewissen Bedingungen auch als Bachelorarbeit bearbeitet werden. Haben Sie Interesse, so wenden Sie sich bitte an die Institutsleitung oder einen der Mitarbeiter.
Wir freuen uns auf Ihre Initiativbewerbung und Bewerbungen auf Auschreibungen der Stellenbörse der THD.
aktuelles
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