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Technische Hochschule Deggendorf

innovativ & lebendig

Promotion.

Graduiertenzentrum an der THD


Kooperative Promotion

An der Technische Hochschule Deggendorf können exzellente Absolventinnen und Absolventen in Kooperation mit nationalen und internationalen Universitäten promovieren – ein eigenes Promotionsrecht besitzen angewandte Hochschulen nicht. Aktuell werden etwa 40 Promovierende durch mehr als 20 Professorinnen und Professoren aller Fakultäten betreut. Unter den Promovierenden befinden sich auch Externe, die ihr Projekt zum Teil unterstützt durch ein Unternehmen realisieren.

Promovierende, die ihre Doktorarbeit in Kooperation mit einer bayerischen Universität durchführen, können Mitglied in einem der thematischen Verbundkollegs des Bayerischen Wissenschaftsforums (BayWISS) werden.  BayWISS ist eine Kooperationsplattform aller angewandten Hochschulen und Universitäten Bayerns, in der über das Fachforum Verbundpromotion seit 2017 10 hochschulübergreifende themenspezifische Kollegs eingerichtet wurden.

Die THD ist aktuell über insgesamt vier Promovierende Mitglied in den Verbundkollegs Digitalisierung sowie Life Scienceund Grüne Technologien. Für das Kolleg Life Scienceund Grüne Technologien ist die THD Gründungsmitglied.

 

  • Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)
  • Technische Universität München (TUM)
  • Ludwig Maximilian Universität München (LMU)
  • Universität Passau
  • Universität Würzburg
  • Technische Universität Ilmenau
  • TU Chemnitz
  • Universität Leipzig

 

 

  • University of the West of Scotland, Großbritannien
  • Northumbria University Newcastle, Großbritannien
  • University of Limerick, Irland
  • Universität Luxemburg, Luxemburg
  • Universitat Autònoma de Barcelona (UAB Barcelona), Spanien
  • Universitatea din București, Rumänien
  • Universität Salzburg, Österreich
  • Universität für Bodenkultur Wien, Österreich
  • Westböhmische Universität Pilsen, Tschechische Republik
  • Andrássy Universität Budapest, Ungarn
  • Edinburg Napir University, Großbritannien

 

 

Promotionsinteressierte haben die Möglichkeit über die THD eine Promotion an der UWS mit dem Abschluss PhD zu absolvieren. Bitte lesen Sie den Erfahrungsbericht und informieren Sie sich über die Bedingungen und das Procedere bei graduiertenzentrum@th-deg.de.

 

Erfahrungsbericht Promotion an UWS und THD:

Susanne Reimann promoviert seit 2013 an der University of West of Scotland (UWS) in Kooperation mit der Technischen Hochschule Deggendorf (THD). Sie berichtet in einem Interview mit dem Graduiertenkolleg über ihre Erfahrungen mit diesem Promotionsprogramm.

Wie sieht das Promotionsprogramm der UWS aus und was bietet es Promovierenden?

 An der UWS gibt es die Möglichkeit, innerhalb von 3 Jahren Vollzeit zu promovieren oder – und das machen wir vier Deggendorfer Doktoranden – man promoviert in Teilzeit. Das Programm heißt in unserem Fall PhD Part Time Distance und läuft max. sieben Jahre. Eingeschrieben ist man zunächst als M.Phil, bis man nach der Hälfte etwa den sogenannten Transfer Event hat. Dabei präsentiert man vor einem Gremium seinen aktuellen Stand und muss währenddessen unter Beweis stellen, dass man fähig ist, eine Doktorarbeit (PhD thesis) zu schreiben.

Nach 12 Wochen, 6 Monaten und dann jährlich muss jede/r Promovierende/r einen Progression Report einreichen um die Hochschule über den aktuellen Stand der Promotion zu unterrichten. Der gesamte Prozess ist sehr hilfreich, weil man sich Schritt für Schritt weiterentwickelt und die wichtigsten Punkte dokumentiert werden.

Administrativ betreut wird man vom Innovation & Research Office (IRO). Das Team des IRO ist in den gesamten Bewerbungsprozess mit eingebunden, unterstützt bei der Betreuersuche und schickt dann auch den sogenannten Offer Letter, wenn man als PhD candidate angenommen wird.

Das IRO richtet zudem jedes Jahr im Frühjahr eine viertägige Research Student Conference aus, an der alle Promovierenden teilnehmen müssen. Im ersten Jahr veröffentlicht man seinen Abstract, im zweiten Jahr ist man mit einem Poster und im dritten Jahr mit einer Präsentation beteiligt. Zudem kann man sich in dieser Woche intensiv mit anderen Doktoranden austauschen, seine Betreuer treffen und Kurse, die währenddessen angeboten werden, besuchen.

Wie lässt sich das berufsbegleitendende Promotionsprogramm mit einer Beschäftigung vereinbaren?

Für mich funktioniert das Programm sehr gut. Durchschnittlich fahre ich zwei Mal pro Jahr nach Schottland, insgesamt aber nicht mehr als 5-6 Arbeits- bzw. Urlaubstage. Alle anderen Treffen mit meinem Betreuer finden über Skype und meistens abends statt. Sonstige Pflichtveranstaltungen gibt es nicht. Meine Arbeit wird also durch das Programm der UWS nicht beeinträchtigt.

Für mich ist es wichtig, die Wochenenden gut einzuteilen, da ich einen Großteil der Promotion an diesen beiden Tagen erledige. Während der Woche, nach der Arbeit erledige ich administrative Tätigkeiten oder bereite beispielsweise den Progression Report vor.

Was hat dich persönlich motiviert einen berufsbegleitenden PhD zu absolvieren?

Ich bin mittlerweile seit acht Jahren beruflich tätig. Bereits nach kurzer Zeit in meinem ersten Job war mir klar, dass ich mich persönlich weiterentwickeln und etwas machen möchte, was nur für mich ist und wobei ich mich nur für mich selbst anstrenge. Zudem wollte ich mich gerne mit einem Thema in größerem Umfang und für längere Zeit auseinandersetzen. Was würde da besser passen als eine Promotion. Natürlich spielt auch der Gedanke mit, langfristig vielleicht bessere berufliche Möglichkeiten zu haben und sich den Weg für eine akademische Laufbahn offenzuhalten.

Was hat Dich am Programm der UWS überzeugt?

Mein Bachelorstudium, International Management, war bereits international ausgerichtet. Meinen Master habe ich in Australien gemacht. Deswegen passt die kooperative Promotion mit einer schottischen Hochschule sehr gut zu mir.

Zudem ist die UWS eine sehr junge Hochschule, die internationalen Studenten tolle Möglichkeiten bietet. Man hat mit dem PhD Part Time Distance Programm zum einen keinen Zeitdruck und zum anderen auch nicht die Pflicht, jeden Monat in Schottland aufzutauchen.

Mein Betreuer an der UWS hat selbst vor nicht allzu langer Zeit promoviert und versteht dadurch meine Situation sehr gut und unterstützt großartig. Wir skypen alle zwei Monate und sehen uns ein- bis zweimal im Jahr. Die Zusammenarbeit funktioniert somit über die große Entfernung hinweg ohne Probleme.

Warum hast Du mit der THD an diesem Programm teilgenommen?

Ich habe bereits meinen Bachelorabschluss an der THD gemacht und anschließend ein Jahr lang als Studiengangsassistentin für „International Management“ gearbeitet. Ich bin also ein „Deggendorfer Kindl“. Per Mail habe ich damals von der kooperativen Promotionsmöglichkeit mit der UWS gehört; ich wusste sofort, dass das Programm das richtige für mich sein könnte und habe mich über weitere Schritte informiert.

Wie wurde Dein Doktorvater ausgewählt?

Mein Abstract wurde in Schottland an verschiedene mögliche Betreuer geschickt. Diese konnten dann ihr Interesse beim IRO bekunden. Ich bekam dann eine Mail in der stand, wer mein Betreuer ist und dass ich mich ab sofort mit ihm in Verbindung setzten dürfe.

Wie erfolgt die Bewerbung?

Zunächst einmal habe ich mir an der THD einen Betreuer gesucht, in meinem Fall Prof. Dr. Johann Nagengast. Gemeinsam mit ihm habe ich dann zwei Abstracts ausgearbeitet und über das Innovation & Research Office der UWS eingereicht. Zwei Abstracts deshalb, weil damit die Chancen größer sind, angenommen zu werden.

In welcher Phase wird das Thema formuliert?

Bereits vor der Bewerbung überlegt man sich, wie ein mögliches Thema aussehen könnte. Mit dem Abstract bekommt der potenzielle Betreuer schon einen gewissen Eindruck. Allerdings wird bereits in den ersten Gesprächen das Thema verfeinert, angepasst und in vielen Fällen auch nochmal abgeändert.

In welcher Phase ein Exposee?

Gleich am Anfang. Siehe oben.

Sind die Zeitvorgaben für die Absolvierung des PhDs realistisch?

In meinen Augen ja. Wenn man vor den 7 Jahren abschließen möchte, ist das auch ohne Probleme möglich.

Würdest Du es erneut machen?

Jederzeit wieder!

Was empfiehlst DU Interessierten?

Wenn man promovieren möchte, sollte man sich zum einen ein Thema aussuchen, dass einen wirklich interessiert, da man sich wirklich lange damit beschäftigt. Der zweite Punkt ist „dranbleiben“. Wenn man erstmal eine gute Promotionsmöglichkeit gefunden hat, ist das die halbe Miete. Aus meiner Sicht ist die UWS in Kombination mit der THD der ideale Begleiter.

Was könnte am Programm verbessert werden?

Die Kommunikation an die internationalen Doktoranden war anfangs nicht sehr gut. Mittlerweile wurde das an der UWS besser strukturiert und die Informationen kommen bei uns an.

Was könnte die THD verbessern?

Viele ehemalige Studenten der THD haben noch nichts über das Angebot der UWS gehört. Sobald sie genauere Informationen darüber erhalten, sind alle begeistert. Hier könnte man beispielsweise die Informationen breiter streuen. Zudem wäre es für die Doktoranden der UWS eine Bereicherung, wenn im Rahmen des Doktorandenkollegs Seminare zu bestimmten Themen angeboten werden könnten.

Vielen Dank!

 

FAQ

Nach der Ernennung zur Technischen Hochschule 2014 wurde an der THD ein Graduiertenzentrum mit dem Ziel eingerichtet, Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Karrierewege zu schaffen. Am Graduiertenzentrum werden exzellente Absolventinnen und Absolventen, die Interesse an einer Promotion zeigen, über den Weg zur Promotion beraten und informiert. Promovierenden vermittelt das Graduiertenzentrum begleitend zur Doktorarbeit Wissen und Fertigkeiten, die zur Promotion in Kooperation mit einer Universität befähigen und ihren erfolgreichen Abschluss befördern. Da nicht nur Promovierende an Forschungsprojekten der THD beteiligt sind, richtet sich das Angebot an alle wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie an Laboringenieure. Dieses Angebot ist vor allem in Bezug auf Gute Wissenschaftliche Praxis und die Vermeidung wissenschaftlichen Fehlverhaltens von großer Bedeutung.

Das Graduiertenzentrum unterstützt beim Einstieg und regt eine Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses mit der Forschungscommunity an. Dazu gehören der wissenschaftliche Austausch auf Konferenzen und Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften. Mit dem Bavarian Journal of Applied Sciences hat die THD seit 2015 auch eine eigene Plattform für die Publikation wissenschaftlicher Artikel zu angewandten Forschungsthemen.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen am Graduiertenzentrum beratend und mit einem begleitenden Qualifizierungsangebot zur Verfügung.

 

Eine Promotion dauert in der Regel in Vollzeit 4 bis 5 Jahre. Eine berufsbegleitende Promotion ist grundsätzlich möglich. Die Dauer erhöht sich jedoch entsprechend. Eventuell käme für Sie ein berufsbegleitender und explizit anwendungsorientierter Promotionsstudiengang (Doctor of Business Administration, DBA) in Frage, der jedoch aktuell an der THD nicht angeboten wird.

 

 

Ob Sie die formellen Voraussetzungen für eine Promotion erfüllen, erfahren Sie in der Promotionsordnung der jeweiligen Universität bzw. Fakultät, an der Sie sich promovieren wollen. Ein Diplomabschluss berechtigt unter bestimmten Voraussetzungen zur Promotion. Bitte schauen Sie auch hierfür in die jeweilige Promotionsordnung. Die Zusammenarbeit zwischen der THD und der promotionsberechtigten Universität wird für jeden Doktoranden und jede Doktorandin individuell gehandhabt. Im Rahmen von Promotionskooperationen gelten besondere Regeln. Die Promotionsordnung der promotionsberechtigten Universität und deren verantwortlichen Gremien und Ausschüsse entscheiden über die Zulassung zur Promotion. Bedenken Sie, dass ausländische Universitäten  das Verfassen der Promotion in der jeweiligen Amtssprache bzw. Englisch verlangen. Sehr gute Englischkenntnisse sind allerdings in aller Regel auch bei deutschsprachigen Promotionen in Kooperation mit deutschen Universitäten notwendig.

Sobald Sie an der THD eine Betreuerin oder einen Betreuer gefunden haben, wird Sie diese bzw. dieser unterstützen, eine Universitätsprofessorin oder einen Universitätsprofessor zu finden.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert Freude an der Forschung und Motivation aufzubringen, ein Thema über einen langen Zeitraum intensiv bearbeiten zu wollen. Idealerweise haben Sie bereits Erfahrungen im wissenschaftlichen Arbeiten. 

 

Um zunächst einen Professor oder eine Professorin an der THD als Betreuer oder Betreuerin zu gewinnen, sollten Sie eine möglichst eindeutige Fragestellung und Zielsetzung formulieren können, die thematisch an den Forschungsschwerpunkten der jeweiligen Person anschließen. Kontaktieren Sie die Person bitte direkt. Die Kontaktdaten finden sich auf der Homepage der THD. Das Graduiertenzentrum kann Sie bei der Kontaktaufnahme unterstützen.

Ihr Promotionsthema sollte Ihrer Ausbildung bzw. Ihrer Qualifikation und Ihrem Interesse entsprechen. Das Thema, das den Anspruch hat, eine Lücke in der Forschung zu schließen, sollten Sie mit potenziellen Betreuern oder Betreuerinnen bzw. einschlägigen Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftlern abstimmen.

 

 

Die Kosten für eine Promotion sind sehr unterschiedlich. Wenn sie sich als Promotionsstudent oder Promotionsstudentin an einer Universität immatrikulieren, fallen in der Regel Semesterbeiträge an. Zusätzlich werden Sie Fachliteratur, Software, etc., aber auch Reisekosten zu Konferenzen oder Treffen mit dem Betreuer oder der Betreuerin aufwenden müssen.

Die THD bietet grundsätzlich keine Finanzierungsmöglichkeiten für Promotionen. In drittmittelfinanzierten Forschungs- und Entwicklungsprojekten werden aber immer wieder auch Doktorandenstellen ausgeschrieben. Eine Anstellung als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder Mitarbeiter muss ggf. unabhängig von der Promotion eigenständig organisiert werden. Stiftungen bieten eine Vielzahl von Stipendien an.

Beratungs- und Qualifizierungsangebot

Sie erwägen zu promovieren, wissen aber noch nicht, was das bedeutet oder wie Sie vorgehen sollen? Kommen Sie am besten zur Informationsveranstaltung „Promovieren – Wie geht das, ist das was für mich?“.  Die Veranstaltung findet zweimal im Jahr (einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch) statt. Die Termine für diese und andere Veranstaltungen finden Sie unter Veranstaltungen. Zusätzlich können Sie sich am Graduiertenzentrum individuell beraten lassen.

Das Graduiertenzentrum der THD bietet Qualifizierungen für Nachwuchsforschende an. Dieses Angebot umfasst akademische Kompetenzen, Methodenkompetenzen, Publikations- und Präsentationskompetenzen sowie forschungsprojektbezogene Kompetenzen.

 

Dazu gehören Seminare, Workshops und Übungen zu Themenfindung und Exposé, Literaturrecherche und -management, Didaktik, Ethik sowie Datenschutz.

 

 

In diesem Bereich werden Seminare zu Statistik, Datenanalyse und Forschungsmethoden. Vertiefend werden Übungen zu Versuchsplanung und -aufbau für Ingenieure und Ingenieurinnen sowie Naturwissenschaftlerinnen  und –wissenschaftler und Übungen zu qualitativen und quantitativen Methoden und Interviews für Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler   angeboten.

 

 

Das Deggendorfer Wissenschaftliche Kolloquium bietet die Möglichkeit Vorhaben vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Weiterhin werden Kurse zum Publizieren in wissenschaftlichen Zeitschriften, English Academic Writing und Präsentationstechniken angeboten.

 

 

Über das Graduiertenzentrum werden Informationen und Übungen zu Forschungsförderung und Promotionsstipendien sowie Antragstellerworkshops und Workshops zu Projektplanung und  -management angeboten.